Der Neid hat nicht den besten Ruf. Er macht klein und passt nicht zu dem Bild, das wir von uns selbst gerne hätten. Und dennoch schleicht er sich gelegentlich an. Bläht sich auf und nimmt sich Platz in Herz und Gehirn. Gedanken zu einem unbeliebten Gefühl, das auch manchmal seine guten Seiten hat.

Zum ersten Mal sah ich „m/w/d“ auf einer Plakatwand am Bahnsteig. Eine Bäckerei möchte Leute einstellen. Auf der Anzeige stand in Klammern: m/w/d. Was um alles in der Welt bedeutet das „d“? Das ist jetzt nicht wahr, dass die Bewerberin oder der Bewerber Deutsch sein sollen, dachte ich. Aber für was sonst soll das „d“ stehen? Ich war irritiert und konnte mir keinen Reim darauf machen. Habe ich etwas verpasst? Ja! Seit kurzem ist bei der Angabe des Geschlechts eine dritte Möglichkeit gegeben. Das „d“ steht für divers, für verschieden. Der Gesetzgeber anerkennt, dass manche Menschen sich nicht eindeutig zu männlich oder weiblich zuordnen. Und bei Stellenausschreibungen muss dies berücksichtigt werden. Das gefällt mir, dass Diversität, Vielfalt, über Dualität siegt! Männlich/Weiblich und Entweder/Oder und...

Mein erster Arbeitstag nach dem Weihnachtsurlaub. Ich steige aus der S-Bahn und krame in meiner Tasche nach Geld und Kaffeekarte. Jetzt gibt es gleich den morgendlichen Cappuccino. Mhhhh, das ist so eines meiner Morgenrituale.

Manch einer mag sich wundern, warum mein Mann und ich unsere Tochter im Alter von zweieinhalb Jahren zur Taufe gebracht haben. Wir sind keine regelmäßigen Kirchgänger und meine Zeiten aktiven Engagements in der Jugendarbeit der Gemeinde lagen bereits einige Jahre zurück. Und dennoch - oder gerade deswegen? - sagten wir beide ein deutliches JA zur christlichen Taufe dieses kleinen Menschen.