“EFW bündelt die Vielfalt des Engagements von Frauen”

Im Gespräch mit Elke Dangelmaier-Vinçon, Vorsitzende des EFW-Präsidiums.

Frau Dangelmaier-Vinçon, herzlichen Glückwunsch zur neuen Aufgabe als Vorsitzende im Präsidium der Evangelischen Frauen in Württemberg. Stellen Sie sich uns und den Leserinnen doch bitte kurz vor: welche berufliche Aufgabe haben Sie und was beschäftigt Sie privat?

Vielen Dank für die guten Wünsche.  Ich bin Dekanin in Stuttgart-Zuffenhausen und als solche im Kirchenkreis Stuttgart zuständig für das Thema „Diakonie“. Wenn es meine Zeit zulässt, lese und reise ich gerne, am liebsten mit der Kamera in Griffweite. Während der Lockdown-Phasen habe ich den Garten für mich entdeckt.

Welche Rolle spielt ehrenamtliches Engagement in Ihrem Leben?

Ehrenamtliches Engagement begleitet mich schon mein Leben lang. Meine Eltern waren vielfältig ehrenamtlich engagiert, ich selbst bin über die Kindergottesdienstarbeit zum Theologiestudium gekommen. Später waren es bei mir dann Flüchtlingsarbeit und Frauengruppen. Dazu kommen 12 Jahre in der Landessynode für die Offene Kirche. Die Kirche und unser Gemeinwesen sind für mich ohne Ehrenamt schlicht nicht vorstellbar.

Können Sie sich an Ihre erste Berührungspunkte mit kirchlichem Leben erinnern?

Über meine Familie bin ich von klein an in und mit Kirche aufgewachsen, so dass es mir schwerfällt, einzelne Punkte zu identifizieren. Gut, als Kind fand ich Kinderkirche langweilig. Sie dann später selbst zu gestalten, sich im Team mit theologischen Fragen auseinanderzusetzen und zu überlegen, was davon für die Kinder interessant sein könnte, das war sehr viel spannender.

Welche Verbindung haben Sie zu den Evangelischen Frauen in Württemberg?

Ich habe die Weltgebetstage immer als große Horizonterweiterung erlebt. Während meiner Zeit in Nürtingen-Oberensingen habe ich mit großem Vergnügen mit den Frauen vom BAF liturgische Wanderungen entwickelt. Die Theologinnen-Konvente sind für mich prägende Orte von Austausch und Begegnung. Als Feministin ist es mir wichtig, dass Frauen in der Kirche ihre eigene Stimme, ihre Lebenswirklichkeit, ihre Erfahrungen einbringen und auf allen Ebenen mitgestalten. EFW bündelt die Vielfalt des Engagements von Frauen und macht sie sichtbar und hörbar.

Welche Aufgaben und Herausforderungen sehen Sie in Ihrer neuen Funktion?

Das ist eine ganze Menge. Es gilt, die wichtige, bewährte Arbeit weiterzuführen und zugleich die Augen offen zu halten für neue Herausforderungen. Wie gelingt Präsenz von Frauen, ihrer Spiritualität und ihren Themen in analogen und digitalen Räumen in Kirche und Gesellschaft? Wie gestaltet sich das Miteinander der Generationen in Zeiten des demographischen Wandels? Wie leben wir, was wir glauben: dass wir Töchter (und Söhne) Gottes in der Einen Welt sind und miteinander verbunden? Wie gestalten wir heute eine lebenswerte Zukunft in Zeiten des Klimawandels? Wie erhalten wir die Ressourcen zur Gestaltung von Neuem angesichts sinkender Einnahmen und zunehmender Spardebatten?

Ich bin froh, dass lauter tolle, engagierte Frauen im Präsidium und in der Geschäftsstelle sind, und ich freue mich auf die Zusammenarbeit.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Bildnachweis: Ludmilla Parsyak

Mirjam Hübner
Mirjam Hübner
mirjam.huebner@online.de

Mirjam Hübner ist freiberufliche Journalistin und Kommunikationstrainerin. Sie berät die Evangelischen Frauen in Württemberg bei der Kommunikation in sozialen Medien und der Pressearbeit zum Jubiläum. In ihrer Freizeit wandert und liest sie gerne - am liebsten mehrere Bücher gleichzeitig.

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