Einmalig im Ländle! “Brot” für die Frauen in den ländlichen Bezirken

Das Logo „Arbeit mit Frauen Freudenstadt u. Sulz”

Arbeit mit Frauen in den Ev. Kirchenbezirken Freudenstand und Sulz. Ein Rückblick von Roswitha Eberbach.

Es waren Männer, die diese in Baden Württemberg einmalige Stelle 1970 gründeten:

Die Dekane Hans Keller (Freudenstadt) und Karl Hartmann (Sulz) wollten die Frauen in ihren ländlichen Bezirken durch eine Hauptamtliche unterstützen und begleiten lassen. Mit der Dorfhelferin und Autodidaktin Elisabeth Reich wurde eine 50 % – Stelle eingerichtet und schon nach wenigen Jahren auf 100 % aufgestockt.

Die Referentin sollte mit Glaubens-, Frauen- und Gesellschaftshemen Evangelische Bildungsarbeit in den Gruppen und Gemeinden anbieten. Dazu kam Seelsorge und Unterstützung der ehrenamtlichen Leiterinnen. Zusammen mit der Pfarrerin der „Evang. Frauenhilfe Württ.”, Charlotte Essich, leitete sie auch 4-tägige Landfrauenfreizeiten. Diese finden seit 1972 im Haus Bittenhalde in Tieringen statt und waren für viele Teilnehmerinnen die einzigen Urlaubstage und ein Höhepunkt im Jahr.

In Tieringen im Jahr 2011. Hier sehen Sie die Gestaltung zum Thema “Jenseits von Eden”

Die Schattenspielerinnen in Aktion, ebenfalls in Tieringen.

Bei den Oasentagen 2017 in Tieringen.

Von 1987 bis zum Ruhestandsbeginn 2018 war ich als Diakonin in den beiden Bezirken zu je 50 % tätig.

Das Leitbild blieb erhalten,

  • Angebote und Hilfen für Frauen, Gruppen und Gemeinden
  • Mitarbeiterinnenqualifizierung, -vernetzung und -begleitung
  • Seelsorge und Beratung

Durch kirchliche und gesellschaftliche Veränderungen und meine Kenntnisse, gab es jedoch eine Weiterentwicklung der Arbeit:

Die Veranstaltungsangebote wurden vielseitiger. Musische, kreative Programme und neue Methoden kamen hinzu. Neben den bewährten Frauenkreisen in fast allen Gemeinden entstanden Frauenfrühstück und Mutter – Kind –Gruppen, neue spirituelle Angebote wie liturgische Wanderungen, Kirchenraum erleben. Dazu Exkursionen, Studienfahrten, intensivere Ökumene und Vernetzung mit weltlichen Fraueninitiativen.

Innerkirchlich entwickelten sich enge Kooperationen mit Erwachsenenbildung, Bauernwerk, Senioren- und Kindergartenarbeit. In den Bezirken hatten sich Bezirks-Arbeitskreise-Frauen (BAF) mit gewählten ehrenamtlichen Teams gebildet, mit denen ich kraft Amtes Bezirksfrauentage, Nachbarschaftstreffen, WGT-Vorbereitung, Fortbildungen für Mitarbeiterinnen u. ä. veranstaltete.

Bei der Gymnastik im Jahr 2016.

Der Gruppenraum im Hotelfoyer bot Platz und Raum auch für fröhliche Runden!

Bei der Weihnachtswerkstatt des BAFs (Bezirksarbeitskreis Frauen).

Wichtig war mir, den Blick über den Kirchturm hinaus zu weiten. Sehr enger Kontakt verband mich mit der Landesstelle der Evangelischen Frauenarbeit. Die Treffen der Bezirksvertreterinnen waren obligatorisch. Mit einzelnen Landesreferentinnen (Landfrauenarbeit, Mutter-Kind-Arbeit, Spiritualität und Musik) arbeitete ich eng zusammen. Früchte dieser Arbeit flossen auch in Arbeitsmappen und Bücher ein.
Nicht nur Prälat Claus Maier hielt diese Stelle „modellhaft für alle Kirchenbezirke.”

Es waren überwiegend Männer, die diese Stelle auch auflösten:

Angesichts sinkender Kirchensteuern gab es Ende der 1990er Jahre einschneidende Sparpläne und Stellenstreichungen. Auch hier diskutierten die Bezirkssynoden die Frage, welche Aufgaben die Bezirke künftig noch finanzieren können. Eine basisdemokratische Prioritätendiskussion ergab Platz 3 (nach Jugendarbeit und Diakonie) für die Frauenarbeit. Dritte von sieben Bezirksstellen – eine hohe Wertschätzung der Gemeinden für die Frauenarbeit! Trotzdem bekam diese Stelle schon 1998 den KW-Vermerk (künftig wegfallend). Trotz aller Bemühungen von mir und Ehrenamtlichen, wenigstens eine reduzierte Hauptamtliche zu erhalten, wurde die Stelle mit meinem Dienstende 2017 ersatzlos gestrichen.

Die Gastautorin ist die Diakonin i. R. Roswitha Eberbach, die uns Bilder und Text aus ihrem reichen Erfahrungsschatz heraus geliefert hat.

 

Gastautorin
Gastautorin
efw@elk-wue.de

Hier im Blog schreiben immer wieder verschiedene Autorinnen aus dem Umfeld von EFW. Wir freuen uns sehr über Beiträge.

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