Eine Rückschau: In der Minecraft-Welt der Apostelgeschichte

Pfingstsonntag, zuhause. Malte (11 Jahre alt) fragt: „Mama, was ist Pfingsten?“ Es entspinnt sich ein Gespräch zwischen Mutter und Sohn über die Kirche, Gottesdienste und überhaupt, nur nicht so sehr über Pfingsten.

Auf meinen Erklärungsversuch, was Pfingsten sein,  folgt die Aussage:

Gut! Mein Reli-Lehrer sagt, ich soll auf der Straße ruhig mal jemanden fragen. Es wüssten nur ganz wenig Leute Bescheid. Auch nicht darüber, dass Pfingsten der Geburtstag der Kirche ist.

Kommst Du jetzt gleich mit mir in den Gottesdienst?

Mhm. Müssen meine Brüder auch mit? (…)

Du darfst auch aussuchen, in welche Kirche wir gehen. (…) Weißt Du noch, vor ein paar Wochen waren wir im Gottesdienst in Kemnat bei dem “Minecraft-Gottesdienst”.  Der hat Dir gefallen.

Ich fand den Gottesdienst schon gut, aber auch nicht sooo besonders. Ich finde natürlich Kirche nicht so toll in meinem Alter. Ist halt Kirche. Das war ein Minecraft-Gottesdienst, und 4 Taufen. Der Gottesdienst an sich war meiner Meinung nach besser als andere Gottesdienste, in denen ich war. Und ich fand die Predigt mega-spannend.

Warum?

Weil es halt cool war, die Geschichte mit Paulus und Silas ist einfach spannend. Dass sie die anderen zum Taufen gebracht haben. Nicht nur einfach vorgelesen. Sondern gut erzählt.

Du kennst Minecraft ja auch. Spielst Du eigentlich noch?

Habe ich früher gespielt!!!

Ich fand die Predigt einfach schön. Minecraft kam ja gar nicht so doll vor, ich weiß aber ja natürlich, wieviel Arbeit es ist, die Geschichte in Minecraft nachzuspielen. Der Junge, der den Vortrag gehalten hat, war auch ein bisschen aufgeregt. Aber er hat es gut gemacht. Auf jeden Fall habe ich kapiert, was er gemeint hat. Es wäre auch nicht besser gewesen, wenn der Pfarrer das gezeigt hätte. Und ich fand es auch gut, dass die sich überhaupt die Zeit genommen haben, die Geschichte in Minecraft nachzubauen.

Ist Dir in der Kirche was aufgefallen?

Links standen die ganzen Computer, dann war rechts an der Wand die Leinwand. Die gibt es in anderen Kirchen so nicht. Da konnte ich die Liedtexte ablesen und musste kein Buch halten. Dadurch konnte ich alles gut sehen und hören. Vor uns saßen auch keine großen Leute.

Gibt es etwas, was Dir nicht gefallen hat?

Nö, kann ich mich jetzt nicht dran erinnern.

Würdest Du wieder mitkommen in den Gottesdienst?

Nach Kemnat? Ja, aber jetzt nicht so jeden Tag, sondern vielleicht 2mal in 4 Monaten.

Warum bist Du mitgegangen?

Weil Du mir erzählt hast, dass der Pfarrer cool ist und wegen dem Minecraft-Gottesdienst. Das gibt es nicht so oft und das war das erste Mal und da wollte ich halt gern wissen, was das ist.

Zufrieden?

Ja, schon. Ja. War halt Kirche, aber mit `nem coolen Pfarrer und einer cooolen Predigt.

Dann kannste ja jetzt mitkommen. Vielleicht wird’s ja wieder cool!

(…)

Kathrin Fechner
Kathrin Fechner
fressbefreit@gmail.com

Kathrin Fechner ist Rheinländerin in Stuttgart, außerdem leidenschaftliche Schreiberin zu vielen Themen, die sich insbesondere aus ihrem turbulenten Familienleben mit 3 pubertierenden Söhnen, ihrer Sportbegeisterung und ihrer persönlichen Gesundheitsbiografie ergeben. Über letztere schreibt sie unregelmäßig regelmäßig in ihrem blog „fressbefreit“. Kathrin leistet glücklich Hintergrundarbeit im kirchlichen Dienst.

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