Blogbeitrag3: Fastenzeit 2019 mit Brigitte

Immer wieder werde ich gefragt, warum fasten, warum verzichten? Als evangelische Christenmenschen sind wir zur Freiheit befreit und brauchen doch solche selbsterlösenden Werke nicht!

Stimmt – einen Augenblick lang denke ich nach. Und dann kommen mir auch noch die mahnenden Worte unseres Pfarrers in den Sinn, der die berechtigte Frage stellt, warum immer mehr von Fastenzeit die Rede ist und immer weniger von Passionszeit?

Fastenzeit – da ist die Blickrichtung nach innen gerichtet:  ich verändere mein Verhalten, werde mir über manches bewusster  – und hoffe schließlich darauf, dass ich da verändert werde. Es spielt dabei meines Erachtens keine Rolle, was ich faste. Süßigkeiten oder Fernsehkonsum oder – oder: Ich merke, leben ist auch ohne das alles möglich. Und das verändert, das fokussiert – ja, das befreit!

Jedoch entspricht es natürlich auch dem Zeitgeist, der uns ja pausenlos und auf vielfältige Weise zur Selbstdarstellung und infolge dessen auch zur Selbstoptimierung auffordert.

Ich frage mich, ob ich da wirklich ganz frei davon ?? Ich fürchte nein.

Da hilft dann doch der Begriff Passionszeit – er nimmt das Leiden und Sterben Jesu in den Blick. Auch das Leiden in der Welt, das Leiden an der Welt und allen Unzulänglichkeiten, die sie bestimmen. Ich werde daran erinnert, dass trotz aller Machbarkeit unserer heutigen Zeit Krankheit, Not, Unabwendbares bleiben. Das muss ich aushalten – ertragen – mittragen. Schwer!

Jesus ist diesen Weg gegangen. Er hat ausgehalten – Spott und Verhöhnung ertragen und die Not anderer mitgetragen. Er ist durchgegangen durch die Höllen dieser Welt. Und er geht mit mir mit, welche Phase ich auch gerade erlebe. Daran sich zu erinnern tut so gut, dafür hat man vielleicht mehr Zeit, wenn man fastet….

Passt also doch beides gut zusammen, oder?

Brigitte Zirngibl
Brigitte Zirngibl
Anke.Schiewek@elk-wue.de

Brigitte Zirngibl ist vielfältig in der Frauenarbeit aktiv. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des Präsidiums der EFW. Hier im Blog schreibt sie über ihre Erfahrungen.

2 Kommentare
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    R. Thaller
    Veröffentlicht um 14:37h, 04 April Antworten

    Die heutige Gesellschaft hat (meiner Meinung nach) den Bezug zur Fastenzeit im biblischen Sinn verloren. Konsum, soweit das Auge reicht, immer höher, immer schneller, immer besser. Im Radio werden zu Beginn der Fastenzeit eigene Sendungen ausgestrahlt, Inhalt: was fastest Du? Ziel: Selbstprofilierung, Selbstdarstellung. Wer fastet am besten? Eigentlich fast schon ein Wettbewerb. Ich finde das eine sehr traurige Entwicklung und hoffe sehr, dass trotzdem einige die Fastenzeit als Passionszeit wahrnehmen können. Vielen Dank für die treffenden Worte!

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    traude
    Veröffentlicht um 13:55h, 04 April Antworten

    Wir brauchen Impulse.. in unserer schnell lebigen Zeit. Innehalten und Nachdenken. Das Fasten ist so ein Impuls.

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