m/w/d

Zum ersten Mal sah ich „m/w/d“ auf einer Plakatwand am Bahnsteig.

Eine Bäckerei möchte Leute einstellen. Auf der Anzeige stand in Klammern: m/w/d.

Was um alles in der Welt bedeutet das „d“? Das ist jetzt nicht wahr, dass die Bewerberin oder der Bewerber Deutsch sein sollen, dachte ich. Aber für was sonst soll das „d“ stehen? Ich war irritiert und konnte mir keinen Reim darauf machen.

Habe ich etwas verpasst? Ja! Seit kurzem ist bei der Angabe des Geschlechts eine dritte Möglichkeit gegeben. Das „d“ steht für divers, für verschieden. Der Gesetzgeber anerkennt, dass manche Menschen sich nicht eindeutig zu männlich oder weiblich zuordnen. Und bei Stellenausschreibungen muss dies berücksichtigt werden.

Das gefällt mir, dass Diversität, Vielfalt, über Dualität siegt! Männlich/Weiblich und Entweder/Oder und Richtig/Falsch und Schwarz/Weiß sind Kategorien aus einem dualistischen Weltbild, das endlich der Vergangenheit angehört. Es ist schön, die Nuancen dazwischen zu entdecken.

Ab jetzt werde ich das Gendersternchen verwenden. Der Freiraum, den es symbolisiert, ist ein Platz fürs Leben. D wie Danke!

Dazu passt dieser Artikel, den ich in den Stuttgarter Zeitung gefunden habe.

 

Lore Raudonat, im Januar 2019

 

Lore Raudonat
lore.raudonat@elk-wue.de

Lore Raudonat ist in Teilzeit bei Evangelischen Frauen in Württemberg mit dem Arbeitsschwerpunkt Weltgebetstag/Ökumene/Internationales. Der andere Teil ihrer Zeit gehört der Familie (Mann, Kinder, Enkelinnen, keine Katze, kein Hund, kein Auto), ihrem Freundeskreis und ihr selbst. Sie ist gerne draußen, zu Fuß und auf dem Rad unterwegs.

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